LAG Gesellschaft der Zukunft/Verteilungsgerechtigkeit

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Inhaltsverzeichnis

Analyse:

Worin besteht die gegenwärtige Verteilungsungerechtigkeit?

Der erwirtschaftete Gewinn von Unternehmen insbesondere der großene Kapitalgesellschaften wandert zum größten Teil in die Hände der Kapitaleigner und in das Top-Management. Der Reallohn von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dagegen stagniert in den letzten 20 Jahren oder sinkt sogar in manchen Branchen. Dagegen sind die durchschnittlichen Manager-Gehälter enorm gestiegen. Zwischen 1998 und 2004 sind die Vorstandsbezüge der DAX-Unternehmen um 108 % gestiegen, während die Einkommen der Angestellten im im gleichen Zeitraum nur 16% gestiegen sind. (Quelle http://www.boeckler.de/pdf/impuls_2005_17_03.pdf)

Allein 2006 ist ein Zuwachs von 16,9 % bei den Vergütungen der Vorstandsmitglieder der 27 DAX-Unternehmen gegenüber 2005 zu verzeichenen. Dazu Bert Rürup, einer der fünf Wirtschaftsweisen, in der «Süddeutschen Zeitung»: «Gleichwohl sehe ich in dem deutlichen Auseinanderdriften der durchschnittlichen Manager-Gehälter und Arbeitnehmer-Einkommen ein gesellschaftliches Problem.»

Sogar Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt äußert sich kritisch dazu. In der "Bild am Sonntag" schrieb er, in einzelnen Fällen sei es zu "Fehlentwicklungen und Auswüchsen" gekommen. BDI-Präsident Michael Rogowski sagte, er frage sich, ob manche Vergütungen "angemessen sind, in die Zeit passen und in vernünftiger Relation zum Erfolg des Unternehmens stehen".

Auf der anderen Seite nehmen Prekäre Beschäftigungsverhältnisse(Niedriglohnsektor) zu. Immer mehr Menschen können, trotz Wirtschaftsaufschwung von Ihrer Arbeit nicht leben. Eine halbe Million Menschen müssen trotz einer Vollzeitarbeitstelle zusätzlich Hartz IV beantragen.

Der aktuelle Verteilungsbericht der Hans-Böckler Stiftung belegt, dass die Lohnquote, also der Anteil der Arbeitnehmer am erwirtschafteten Volkseinkommen seit 2000 stetig sinkt und mit 65,2 % in 2006 auf einem historischen Tief angekommen ist, während die Gewinnquote also die Unternehmens und Vermögenseinkommen auf einem Hoch von 36 % Anteil am Volkseinkommen angelangt sind.

Da sich die Sozialversicherungssysteme vorwiegend aus dem Arbeitnehmeranteil aus dem Volkseinkommen finanzieren ist ein Finanzierungsengpass in diesen Systemen die unweigerliche Folge.

Die gesteigerten Renditeziele von Großunternehmen, sind oftmals nur durch durch massive Kostensenkungen z.B. im Ausbildungsbereich bzw. durch Absenkung der Stundenlöhne mittels Anhebung der Wochenarbeitszeiten erreichbar.

Die Gewerkschaften sind in vielen Branchen stark geschwächt und können Ihrer Aufgabe für eine adäquate Teilhabe der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am Produktivitätszuwachs und dem damit erwirtschfteten Gewinn zu sorgen, nicht mehr nachkommen.

zentrale Fragen

Zur Chancengerechtigkeit: In wenigen Ländern ist der Bildungsabschluss so stark vom Einkommen der Eltern abhängig wie in Deutschland.

  • Wie nachhaltig ist eine Politik, die heute Unternehmen entlastet, langfristig aber die Möglichkeiten staatlicher Steuerung beschränkt?

Ziel:

Wann wäre Verteilungsgerechtigkeit vorhanden?

  • Wenn diejenigen die den Ertrag eines Unternehmens erwirtschaften, also die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer adäquat an dem Gewinn des Unternehemens beteiligt sind. Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das Unternehmerische Risiko durch einen Renditezuschlag im Gewinnfalle zu berücksichtigen ist.
  • Wenn die Einkommen der Vorstandsmitglieder und des TOP-Managements an die Einkommen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gekoppelt wären.

konkrete Schritte:

Was muß konkret getan werden, um das Ziel zu erreichen?

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