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Benachteiligung von Jungen in Schulen: Warum Jungen und Mädchen manchmal getrennte Wege gehen sollten

Emma 1986: „Wenn wir wirklich wollen, dass es unsere Töchter leichter haben, müssen wir es unseren Söhnen schwerer machen.“

Sollte das Ziel der Verschwendung von Human-Kapital auf Grund ideologischer Einstellungen Programm sein? fragte ich mich, als ich diesen Satz las. Bei differenzierter Betrachtung allerdings scheint da etwas Wahres dran zu sein.


In einem Artikel über die Benachteiligung von Jungen in Schulen führte die Süddeutsche Zeitung im März 2006 dem Sinne nach aus: „Ein Trugschluss allerdings sei es, wenn man dem Umkehrschluss folgen würde, man müsse es nur wieder den Töchtern ein wenig schwerer machen, um die Benachteiligung von Jungen zu beheben.“


Auf Grund alarmierender Daten der Schulabgänger, forderte schon 2003 der Elternverein NRW in einer Presserklärung:

Schluss mit der Benachteiligung von Jungen in Grundschulen und Schulen der Sekundarstufe I 

Folgende statistischen Zahlen seien besonders alarmierend: (Quelle: Elternverein NRW/Statistisches Landesamt NRW)

trotz einer höheren Zahl von Jungen im Jahrgang gingen mehr Mädchen als Jungen nach dem 4.Grundschuljahr auf das Gymnasium


1997/1998 1998/1999 1999/2000 2000/2001 2001/2002
Übergänger auf Gymnasien insgesamt 69.040 69.812 69528 67.754 69.074
weiblich 52,5% 52,5% 52,7% 52,1% 53,4%
männlich 47.5% 47,5% 47,3% 47,9% 46,6%

von den Schulabgängern ohne Abschluss sind rund ein Drittel Mädchen und zwei Drittel Jungen.


Schulabgänger 1997 1998 1999 2000 2001
Ohne Abschluss 11.485 11.482 11.516 11.906 13.418
weiblich 4.182 (36,4%) 4.094 (35,7%) 4.287 (37,2%) 4.379 (36,8%) 4.920 (36,7%)
männlich 7.303 (63,6%) 7.388 (64,3%) 7.229 (62,8%) 7.527 (63,2%) 8.498 (63,3%)

Somit erreichen Mädchen zwar die besseren Noten und somit eine höhere Übergangsquote in die Gymnasien, Jungen gehören damit bei weitem zu den Schulverlierern. Dennoch wählen Mädchen in der Regel helfende Berufe, die schlecht bezahlt, kaum Aufstiegsmöglichkeiten bieten.


Die neuere Forschung (Uni Duisburg, Uni Bielefeld und andere) führt in der Tat aus, dass die zur Zeit übliche Koedukation, das geschlechtsspezifische Rollenverhalten der Geschlechter vor allem in der Pubertät weiter verfestigt. Die Hoffnung, der Diskriminierung von Mädchen und Frauen im Bildungssystem mit der Einführung der Koedukation ein Ende zu setzen, habe sich nicht erfüllt.


Der Schulunterricht fordert eher weibliche Verhaltensweisen ein, den Jungen wird kaum die Möglichkeit gegeben, ihren natürlich angelegten Bedürfnissen Raum zu lassen. Unter dem Motto „Jungen sensibilisieren“ wurden in den letzten 15 Jahren die Inhalte der schriftsprachlichen Fächer verändert. Themen, die Jungen interessieren, findet man kaum mehr in den Lesebüchern. So wird aus der Praxis immer wieder berichtet, dass technisch orientierte Texte von Jungen eher erstellt werden können, als Texte, die sich mit Gefühlen und den Sozialkompetenzen auseinander zu setzen haben. Die derzeitige Landesregierung verstärkt diese Tendenz, da die technischen Fächer der

SEK I im Bereich Arbeitslehre ausgedünnt werden und verstärkt musische Fächer in den Stundenplan eingestellt werden müssen. Für Jungen ist dies in der Zeit der Pubertät eine Katastrophe!


Grundsätzlich forderte schon der Elternverein NRW 2003:


„Entgegen der Gleichheitsideologie auf der einen Seite und der gesellschaftlichen Rollenvorstellungen auf der anderen Seite liegen den Unterschieden der Geschlechter in den Lernerfolgen biologische Verschiedenheiten zugrunde, die bisher in den Schulen weitgehend außer acht gelassen wurden."


Der Elternverein begründete diese Unterschiede mit den Ergebnissen der Hirnforschung und der unterschiedlichen hormonellen Ausstattung von Jungen und Mädchen.


Somit seien Jungen eher in der Lage, sich räumlich zu orientieren, Mädchen hätten schlichtweg die bessere Sprach- und Sozialkompetenz. Jungen bedürften gerade im Bereich der Sprach-, Lese- und Verständniskompetenz einer besonderen Förderung.


In vielen Bundesländern wird die Idee der „reflexiven“ Koedukation partiell erprobt. Mit zum Teil vielversprechenden Ergebnissen.


Schon 2003 bestätigte das Schulministerium NRW die gravierende Benachteiligung von Jungen in den allgemeinbildenden Schulen. Es räumte durchaus die Möglichkeit der reflexiven Koedukation an Schulen ein, mit der Auflage, dies kostenneutral durchzuführen.


Gerade die PISA-Ergebnisse sollten uns ermutigen alle Möglichkeiten auszuschöpfen, unsere Kinder in Schulen optimal zu fördern. Das Land Berlin war konsequent: Die Ergebnisse eines 6-monatigen Tests an 156 Schulen waren so vielversprechend, dass 2006 das Ende der undifferenzierten Koedukation beschlossen wurde.

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